Review: Das Cold Steel Jagdmesser Master Hunter

Gastbeitrag von Dirk Schultis / Oktober 2018

Bei Cold Steel Messern schlägt sicher das Herz eines jeden Messer-Enthusiasten oder Outdoor begeisterten Bushcrafter höher. Zugegeben, als Fan von nordischen Messern ist das Aussehen eher schlicht. Am Ende des Tages geht es bei einem Messer aber um die Funktionalität!

In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen mit dem Cold Steel Jagdmesser Master Hunter mit euch teilen. Das Messer ist mit allem ausgestattet, was der Outdoor- / Jagdfreund sucht: Eine Drop-Point Klinge mit Flachschliff, ordentlicher Klingenlänge und satten 5 mm Stärke.

Da weiß man, was man hat, oder doch nicht? So viel sei vorweg genommen; das Messer macht einen ordentlichen Job!

Kommen wir zunächst zu den technischen Daten:

– Klingenmaterial: U.S. Karbonstahl CPM 3-V mit Stonewash-Finish
– Gesamtlänge: ca. 23,5 cm
– Klingenlänge: ca. 11,4 cm
– Klingenstärke: ca. 5 mm
– Griff: ca. 12,1 cm lang, Kray-Ex™
– Gewicht: ca. 170 g
– Inkl. Secure-Ex® Scheide (Tek-Lok™-kompatibel)

Hier zeigt sich schon: Das Cold Steel Jagdmesser kann was. Ich habe das Messer mehrere Tage auf Outdoor-Touren getestet und es hat sich klasse geschlagen.

Aber der Reihe nach.

Griff und Ergonomie

Das Cold Steel Master Hunter im Test

Das Cold Steel Master Hunter.
(c) Dirk Schultis

Der 12,1 cm lange Griff des Messers liegt satt und gut in der Hand. Ich trage Handschuhe in  Größe 9,5 und schon beim ersten Anfassen zeigt sich: Die Stärke des Griffmaterials Kray-Ex™ klebt förmlich in der Hand. Gerade jetzt im Herbst, wenn die Finger einmal nass sind, bleibt das Messer da, wo es bleiben soll.

Der Erl ist versteckt und wird vom Material komplett umschlossen. Hier sehe ich einen kleinen Nachteil, wenn das Griffende als Hammerersatz dienen soll. Die Übergänge zur Klinge sind sauber und ohne Spalt verklebt. Dies ist gerade bei der Jagd beim Aufbrechen von Wild oder bei der Zubereitung von Nahrung sehr wichtig, um den  Reinigungs- und Pflegeaufwand gering zu halten. Am Griffende befindet sich eine ausreichend große Hohlniete (Lanyard Öse), durch die sich problemlos ein Stück Paracord führen lässt.

Das Kray-Ex Material ist hart genug, um gefühlvoll arbeiten zu können. Trotzdem wird bei groben Arbeiten der Schock gut absorbiert. Fingerguard und Tapered Griff machen ein ermüdungsfreies Arbeiten möglich.

Das Cold Steel Jagdmesser verfügt über keinen Fingerchoil. So ist leider kein Vorgriff möglich. Ein sogenanntes Jimping auf dem Klingenrücken fehlt auch. Was mich persönlich nicht stört.

Alle Aufgaben wie Feathersticks herstellen, Holz auffächern, Feuer machen, Lagerbau, Batoning funktionieren einwandfrei. Auch das Schälen eines Apfels ist kein Problem. Aufgrund der Klingendicke ist es sicher kein Schneidteufel für feinere Arbeiten. Hier machen sich die 5cm Dicke der Klinge doch bemerkbar.

Beim Hacken von größeren Ästen ist das Messer mit ca. 170 g doch sehr leicht und grifflastig ausbalanciert. Hier sollte man unbedingt mit einem Lanyard am Griff arbeiten.

Ich persönlich bevorzuge Messer, bei denen die Klingenspitze mehr in der Mitte der Klingenachse liegt. Dadurch kann man das Messer bei feineren Arbeiten besser führen. Aber mit etwas Übung klappt auch das mit dem Master Hunter ohne Probleme.

Klingenbeschaffenheit

Das Master Hunter von Cold Steel

Das Master Hunter von Cold Steel ist ein echtes Arbeitstier.
(c) Dirk Schultis

Die Klinge des Master Hunter ist 5 mm stark und 11,4 cm lang und somit §42a kompatibel.

Das Cold Steel Jagdmesser kam ab Werk mit einer ordentlichen Gebrauchsschärfe bei mir an und die Klinge hielt die Schärfe auch recht lange. Outdoor Messer müssen nicht rasieren! Der CPM 3-V Stahl ist ordentlich zäh. Wenn das Messer für grobe Arbeiten herhalten muss, macht es das ohne Probleme mit. Durch das Stonewash-Finish ist die Klinge nicht mit einer Beschichtung überzogen!

Beim Nachschärfen zeigt sich die Robustheit des CPM 3V. Hier dauert es schon etwas, bis man die Klinge wieder scharf bekommt. Die Klinge hat einen geringen Kohlenstoffanteil und ist somit sehr rostträge, aber eben nicht rostfrei!

Durch die Drop Point Form hat die Klinge ordentlich Bauch. Was sicher in der Jagd beim Ausnehmen und Zerlegen von Wild ein wichtiger Aspekt ist!

Scharfe Kanten sucht man bei meinem Model vergeblich, was grundsätzlich für eine ordentliche Verarbeitung spricht. Jedoch lässt sich so auch ein Feuerstahl schwer benutzen. Auch wenn man nicht mit der Schneide über den Feuerstahl streichen will; auch das Schälen und Entrinden von Holz fällt dadurch natürlich schwerer.

Design und Aussehen

Eine Schönheit ist es nicht, kann man kurz und knapp sagen. Aber das ist bei Cold Steel Messern keine Seltenheit.

Einfach,  klar und schlicht würde ich es bezeichnen. Ein bisschen taktisch vielleicht!

So sicher ist das Cold Steel Jagdmesser

Das klasse Griffmaterial und der Fingerguard machen ein sicheres Arbeiten möglich.  Ein Abrutschen auf die Klinge ist fast nicht möglich.

Das Jagdmesser wird in einer aus Secure-Ex® gefertigten Kunststoffscheide geliefert. Problemlos von links auf rechts montierbar , so dass das Messer wunderbar für Rechts- und Linkshänder zu verwenden ist. Eine große Cordura Gürtelschlaufe mit Druckknopf lässt ein blitzschnelles an- und ablegen zu.

Die Scheide ist Tek Lok™ kompatibel, so sind die Montagemöglichkeiten an Hose oder Rucksack wirklich vielfältig.

Das Messer sitzt sehr stramm und sicher in der Scheide, so dass man schon etwas Kraft aufwenden muss, wenn man das Messer ziehen will. Hier kann man sich aber sicher sein, dass man es nicht so einfach verliert.

Fazit

Das Master Hunter von Cold Steel

(c) Dirk Schultis

Das Cold Steel Master Hunter macht Spaß. Der CPM 3-V Stahl ist robust und für diese Art von Messer gut gewählt. Ich persönlich würde gerade im Outdoor-Bushcraft-Bereich eher zu Carbonstählen und Scandi Schliff tendieren. Aber mit dem Flachschliff beim Master Hunter ist man bestens gerüstet!

Alle Outdoor Aufgaben erledigt das Cold Steel Jagdmesser souverän: Beim Lagerbau, Feuermachen sowie bei der Essenszubereitung muss sich das Cold Steel Master Hunter nicht verstecken. Wen der Preis von knapp 155 € nicht schreckt, bekommt hier etwas richtig Gutes!

Abschließend möchte ich mich recht herzlich bei der Firma Klingenreich aus Wacken bedanken, die mir die Möglichkeit gegeben hat, dieses Review durchzuführen!

Über den Autor

Dirk Schultis ist 40 Jahre alt und lebt in Schleswig Holstein. Er ist begeisterter Outdoorer, Messersammler, Kampfsporttrainer für Krav Maga / Kapap, Irish Stick Fighting, Trinity Combat Concept sowie philippinische Kampfsportarten und ehemaliger Zeitsoldat. Er betreibt die Facebook-Seite Discover-Explore-Experience, auf der er immer wieder von seinen Outdoor Touren berichtet.